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Mein erster Marathon

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Wow, was für ein Wochenende! Am Sonntag bin ich meinen ersten Marathon gelaufen. Meine Teilnahme am 15. Morgenpost Dresden Marathon ist für mich der Höhepunkt der Sport Saison 2013.  Er forderte von mir Ausdauer, Kraft und mentale Stärke.

Als ich am Sonntag mit meiner Familie zum Start gegangen bin, erwartete uns ein Volksfest auf mehreren tausend Teilnehmern (9054 laut Veranstalter) aus über 26 Nationen. Der Großteil waren keine Marathonis, sondern Teilnehmer des Zentelmarathons, des 10 km Laufs und des Halbmarathons.

Da ich Marathonanfänger bin, habe ich mich in den Block-C eingereiht und wartete auf den Start, ungefähr 200 Meter vor der eigentlichen Startlinie.  Die Stimmung auf der Strecke war bombastisch. Manche Läufer haben sich einen Spaß draus gemacht und sind in total abgefahrenen Kostümen zum Marathonlauf erschienen. Einer ist als Raumfahrer verkleidet angetreten und ist den ganzen Lauf mit Motorradhelm gelaufen, Andere wurden scheinbar von einer großen Brauerei gesponsert und sind in Bierflaschen und Biergläserkostümen gelaufen.

Um 10 Uhr ging es dann los, eine Masse aus mehreren Tausend Beinen setzte sich in Bewegung. An Engstellen staute es sich kurz und die Masse bahnte sich ihren Weg. Begrenzungsbänder, wozu sind die da?

Dresden Marathon Route & Statistik 2013

Ich habe meinen Lauf mit Runtastic aufgezeichnet, so kann ich euch relativ genau schildern was wann und wo, beim Marathonlauf passiert ist.  Hier meine Route und Statistik:

Dresden Marathon Route Statistik 2013
Klick aufs Bild, um zu vergrößern.

Den ersten größeren Einknick gab es bei 4,61 km, da ist mein Smartphone aus der Tasche gerutscht und ich hatte Glück, dass keiner der Läufer drauf getreten ist und mein Samsung Galaxy relativ unbeschadet davon gekommen ist.  Viel Zeit zum Ärgern hatte ich nicht, also habe ich das Handy aufgehoben und während des Laufens richtig fest gezurrt, und gut ist.

Man unterschätzt, wie sehr einem die Läufermasse im Tempo mit zieht. Zusätzlich angespornt von meinem kleinen Zeitverlust, habe ich kurz darauf meine Höchstgeschwindigkeit von 11,66 km/h erreicht. Zwischen Kilometer 8 und Kilometer 10 wurde es nochmal eng und die ersten  haben hier an den Verpflegungsständen getankt. Das hat uns insgesamt ausgebremst. Bis Kilometer 20 hatte  mich  mein Trinkgurt versorgt. Ich  konnte so relativ schnell durch die  Versorgungsstände durchlaufen.

Nachdem die Halbmarathonläufer mit ihrer Runde fertig waren und ich in die 2. Runde ging,  wurde es auch deutlich ruhiger. Das Feld wurde breiter und länger und streckenweise lief ich ganz alleine.  Ich merkte auch, dass mein Körper die Strecken jenseits des Halbmarathons noch nicht gewöhnt war. Wie meine Läuferstatistik zeigt fingen ab Kilometer 22  die Einbrüche an. Ich merkte, wie sich langsam meine Waden verkrampften und reduzierte zunächst mein Tempo. Ab jetzt habe ich an jeder Versorgungsstation eine kurze Gehpause eingelegt. Ich habe alles mitgenommen, was ich bekomme habe und so viel getrunken und gegessen, wie ich nur konnte. Schließlich hatte ich schon meinen ganzen Tagesverbauch an Kalorien bei der 1. Runde abgelaufen und mein Körper brauchte mehr Brennstoff, wenn ich das durchstehen wollte.

Geist über Körper

Die nächsten 7 Kilometer waren für mich die Hölle, mein Körper war  an seine Grenzen gelangt. Bis Kilometer 31 kämpfte ich mich von Gehpause zu Gehpause. Das  Schlimmste was mir passieren konnte, wäre ein totaler Muskelkrampf gewesen, das habe ich eben durch die Gehpausen zu verhindern gesucht.  Ab einem gewissen Punkt habe ich versucht die Schmerzen und Krämpfe zu ignorieren. Mit der Zeit, gewöhnte ich mich dann an das Brennen in den Oberschenkelen und wusste ab welcher Schrittgeschwindigkeit sich meine Waden wieder meldeten, also bloß nicht ruckartig schneller werden. Mein Geist hatte den Körper besiegt.

Ich war für jede Anfeuerung vom Publikum echt dankbar. Es motiviert unheimlich, wenn da am Straßenrand ein paar Leute stehen und einem zu rufen. Mein Dank geht auch die vielen Trommlern, die für echt gute Laune an der Strecke gesorgt haben.  Eine nette Dame an dem Versorgungsstand bei Kilometer 38, war für mich die Rettung. Sie  gab mir ein Päckchen Salz und löste es in meinem Becher Wasser. Die Wadenkrämpfe ließen mit der Zeit nach und ich konnte wieder besser Auftreten. Ich hatte meine Lektion gelernt, beim nächsten mal werde ich unbedingt Salz mitnehmen.

Jetzt ging es wieder aufwärts und ich hatte nicht mehr viel zu laufen, die letzen 4 Kilometer  waren keine Hürde mehr. Eine letzte Versorgungsstation bei Kilometer  40 habe ich noch mitgenommen,  dann der Einlauf ins Ziel. Was mich und viele andere Läufer ein wenig gestört hat, war der Umstand, dass am Schluss die Strecke auf Kopfsteinpflaster verlief. Das ist Gift für die Gelenke und nach einer Marathonstrecke erst recht!

Der Einlauf war dennoch großartig, auch wenn der Moderator sich über mein Trinkgurt amüsiert hatte. Meine Familie wartete im Ziel und hat mich auf die letzen Meter angefeuert und schließlich hatte mein Abenteuer Marathon nach gut 4 Stunden und 40 Minuten 21 Sekunden Brutto, ein Ende. Meine Nettozeit betrug 4 Stunden 37 Minuten und 39 Sekunden. Jetzt war Zeit für ein Sieger Bier.

Marathon Urkunde
Die Marathon Urkunde.

Mein Fazit

Ich habe in der Vorbereitung immer geschrieben, dass ich eine Zeit unter Vier Stunden anstrebe, leider war das wohl ein wenig zu hoch gegriffen. Ich habe den Fehler gemacht,  meine Leistung von meinem letzten Halbmarathon zu überschätzen.  Ein Halbmarathon ist definitiv nicht nur die Hälfte der  Marathonstrecke, die man einfach mal Zwei nehmen muss. Erst in der zweiten Hälfte entscheidet sich, ob man es schafft oder nicht, alles Andere vorher ist nur ein Warm-Up! Zudem bin ich ein wenig respektlos an den Trainingsplan herangegangen.  Ich überlege, jetzt ob ich nächstes Jahr am Oberelbe-Marathon teilnehmen werde. Am 27. April findet er statt, was für mich bedeutet, dass ich mitten im Winter ( 03.02.2014) mit dem Training anfangen muss. Im Moment sträubt sich in mir dieser Gedanke.

Bilder vom Dresden Marathon

Ein Klick auf das Bild vergrößert. 😉


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1 Comment

  1. 22. Oktober 2013 at 17:12 — Antworten

    Hey! Großartiges Ergebnis. Du bist ins Ziel gekommen. Ich habe mich “damals” tatsächlich sehr konsequent an mein Training gehalten und war total überrascht, dass ich untern den angepeilten 4:20 bleiben konnte. Das es dann eine 3:57 wurde, hat mich umgehauen. Auch wenn der StrongMan noch ne Spur härter war, der Marathon ist für mich der größte Sieg im Sport gewesen. Mach so weiter, ich bin beeindruckt von Deiner sportlichen/körperlichen Entwicklung.

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