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Optimale Eiweißversorgung trotz Nahrungsmittelunverträglichkeit

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Eiweiße, auch Proteine genannt, sind für den gesamten Organismus lebensnotwendig. Der Körper benötigt sie für verschiedenste Funktionen. Proteine geben den Zellen Struktur, sie sind wichtig für den Muskelaufbau und damit auch für die Bewegung. Als Antikörper schützen Proteine den Körper vor Angriffen von Krankheitserregern und kommen als Energielieferanten zum Einsatz, wenn die Zuckerreserven aufgebraucht sind. Dies sind nur einige Beispiele, wofür Eiweiße im Körper wichtig sind.

Wieviel Eiweiß braucht der Körper?

Proteine bestehen aus einer Kette von sogenannten Aminosäuren. In der Natur gibt es mehrere hundert Aminosäuren. Der Mensch benötigt für wichtige Körperfunktionen gerade mal 20. Davon kann der Körper 11 selbst herstellen. Die übrigen 9 müssen in Form von Nahrung oder Eiweißpulvern aufgenommen werden. Von Ernährungsmedizinern wird eine tägliche Aufnahme von 1 bis 1,5 g Eiweiß pro Kilo Körpergewicht empfohlen. Für Sportler, die den Muskelaufbau fördern wollen, empfiehlt sich eine tägliche Zufuhr von 2 g Eiweiß pro Kilo Körpergewicht. Diese Empfehlung gilt für Männer und Frauen gleichermaßen.

Viele fürchten, dass eine Überdosis an Eiweiß zu einer Nierenschädigung führt. Wissenschaftliche Belege gibt es dafür bisher nicht. Auch wenn das noch immer eine weit verbreitete These ist, entstehen Nierenschädigungen nicht durch Eiweiß, sondern am häufigsten durch Infektion, Stoffwechselerkrankung (Diabetes) und Arteriosklerose. Erst wenn die Niere erkrankt ist, sollte auf eine niedrigere Eiweißzufuhr geachtet werden.

Sportler, die etwas für den Muskelaufbau tun wollen, sollten täglich Eiweiß zu sich nehmen. Die meisten Sportler machen den Fehler, insbesondere nur vor und nach dem Training Eiweiß aufzunehmen. Dabei ist die Zufuhr von Eiweiß auch an trainingsfreien Tagen besonders wichtig.

Welche Eiweißpulver gibt es und welche sind bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit unbedenklich?

Whey-Eiweiß: Das Whey Eiweiß wird auch Molke Protein genannt und zählt zu den beliebtesten Eiweißpulvern. Es besitzt die höchste biologische Wertigkeit von 104 bis 110. Die biologische Wertigkeit sagt aus, wie effizient das zugeführte Eiweiß in körpereigenes Eiweiß umgesetzt werden kann. Ursprünglich lag der höchste Wert bei 100 und wurde für Vollei festgelegt. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass das Whey Eiweiß eine höhere biologische Wertigkeit besitzt.

Das Pulver gibt es als Isolat und Konzentrat. Das Isolat hat weniger Kalorien (Fettgehalt unter 1 %), ist teuer und der durchschnittliche Proteingehalt beträgt zwischen 90 % und 95 %. Beim Konzentrat liegt der Proteingehalt zwischen 75 % und 85 %, dafür schmeckt es besser und lässt sich leichter auflösen. Der Unterschied der beiden Pulver kommt durch die Art der Herstellung zustande.  Menschen mit einer Laktoseintoleranz sollten aufpassen, denn der Laktosegehalt ist bei dem Konzentrat höher, als beim Isolat.

Milch-Eiweiß: Das Milch-Eiweißpulver wird auch als Casein Pulver bezeichnet. Die biologische Wertigkeit beträgt 77 bei einem Proteingehalt von 80%. Das Milcheiweiß wird nur langsam aufgenommen und hat eine verzögerte Wirkungszeit. Das Pulver wird nach etwa fünf bis sieben Stunden vom Magen-Darm-Trakt verwertet und in den Blutkreislauf befördert. Milch-Eiweiß sollte aufgrund des hohen Laktose-Gehaltes nicht bei einer Laktoseintoleranz oder Kuhmilchallergie eingenommen werden.

Ei-Eiweiß: Die biologische Wertigkeit beträgt 100. Das Ei-Eiweiß kommt der Eiweißstruktur im menschlichen Körper am nächsten. Es besitzt nur wenig Zucker und Kohlenhydrate und ist daher zum Abnehmen gut geeignet. Einziger Wermutstropfen: Ohne Süßmittel ist es ungenießbar, da es bitter schmeckt. Daher wird es häufig als Mix mit anderen Eiweißen zu sogenannten  Mehrkomponenteneiweißpulvern verarbeitet.

Tipps bei Laktoseintoleranz und Kuhmilchallergie

Laktoseintoleranz

Für Menschen mit einer Laktoseintoleranz ist die Verträglichkeit von Eiweißpulvern davon abhängig, ob das Enzym für den Abbau der Laktose noch vorhanden ist oder fehlt. Die Laktase spaltet den Milchzucker. Fehlt sie völlig, werden Milchprodukte nur schlecht vertragen. Für die optimale Proteinversorgung eignen sich in diesem Fall Sojaprodukte und Ei-Eiweiß.

Ist die Laktoseintoleranz nicht so stark ausgeprägt und Laktase vorhanden, kann hochwertiges Whey-Protein als Isolat verwendet werden.

Kuhmilchallergiker sollten ganz auf Eiweiße aus Milch verzichten. Auch hier sind Eiweiße aus Soja und Ei-Protein zu empfehlen.

Die nachfolgende Tabelle gibt den Laktose Gehalt in g/100g von häufig verzehrten Milchprodukten an.

Milch und MilchprodukteLaktosegehalt in g/100g
Milchpulver38,0 - 51,5
Eiscreme (Milch-, Frucht-, Joghurteis)5,1 - 6,9
Joghurtzubereitung (Schoko, Müsli)3,5 - 6,0
Joghurt, Dickmilch, Kefir3,7 - 6,0
Milchmixgetränke mit Geschmack4,4 - 5,4
Frischmilch, H-Milch4,8 - 5,0
Molke, Molkegetränke2,0 - 5,2
Buttermilch3,5 - 4,0
Frischkäsezubereitungen2,0 - 3,8

(Quelle: Nährwerttabellen für Milch und Milchprodukte, Renner, Renz ? Schauen 1994, Der kleine Souci, Fachmann, Kraut, 2000)
Herausgeber: http://www.neocate.de/

Bildquelle: © Gerhard Seybert – Fotolia.com


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