Oberkörper B und 60 Minuten Crosstrainer: Mein Trainingstag mit einem nervigen Fitness-App-Bug

KI-generierte Teasergrafik mit Sammy Zimmermanns zum Oberkörper-B-Training, 60 Minuten Crosstrainer und einem Timer-Bug in seiner Fitness-App.
Erst 21 Sätze Oberkörpertraining, anschließend 60 Minuten auf dem Crosstrainer. Insgesamt rund 116 Minuten Training – und nebenbei einen nervigen Timer-Bug in meiner Fitness-App entdeckt. Hinweis: Dieses Bild wurde mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) auf Grundlage eines echten Fotos von Sammy Zimmermanns generiert. Die Darstellung ist eine künstlerische Visualisierung und keine authentische Aufnahme der gezeigten Trainingssituation

Heute habe ich es im Fitnessstudio wieder ordentlich krachen lassen. Erst mein Oberkörper-B-Training mit 21 Sätzen, anschließend eine Stunde auf dem Crosstrainer. Eigentlich lief alles bestens, wäre da nicht meine selbst entwickelte Fitness-App gewesen, die plötzlich einen Teil meiner Trainingszeit verschluckte. Was ich heute geleistet habe und warum WhatsApp möglicherweise daran schuld ist, erfahrt ihr hier.

Ein Trainingstag, der eigentlich ganz normal anfangen sollte

Heute stand wieder mein Oberkörper-B-Training auf dem Programm. Ich habe mir ja vorgenommen, regelmäßig Krafttraining und Ausdauersport miteinander zu kombinieren. Schließlich möchte ich nicht einfach nur Gewicht verlieren, sondern auch stärker werden und möglichst lange gesund und leistungsfähig bleiben.

Aktuell liege ich laut meiner Fitness-App bei 94,1 kg. Mein nächstes großes Ziel sind 85 kg. Bei meinen 1,70 m Körpergröße ist da also noch einiges zu tun.

Ich kenne das Spiel mit dem Abnehmen mittlerweile seit vielen Jahren. Schon 2013 habe ich hier im Blog über meinen langen Weg zur Traumfigur geschrieben. Damals hatte ich innerhalb eines Jahres über 30 kg abgenommen.

Heute, mit 48 Jahren, geht es mir allerdings nicht mehr ausschließlich darum, möglichst schnell Gewicht zu verlieren. Ich möchte auch mit 60 oder 70 noch einigermaßen fit sein. Dafür investiere ich jetzt regelmäßig Zeit im Fitnessstudio.

Und Zeit habe ich heute wirklich reichlich investiert.

Mein Oberkörper-B-Training: 21 Sätze für Brust, Rücken und Arme

Den Anfang machte mein Krafttraining. Insgesamt standen sieben Übungen auf dem Programm. Sechs davon waren klassische Übungen an Kraftmaschinen. Dazu kamen drei Sätze Unterarmstütz für die Rumpfmuskulatur.

Meine heutige Trainingsübersicht:

ÜbungGewichtSätze
Brustpresse63 kg3 × 12
Rudern an der Maschine mit Brustpolster85 kg3 × 12
Latzug eng95 kg3 × 12
Butterfly Reverse70 kg3 × 12
Bizepsmaschine40 kg3 × 12
Trizepsmaschine85 kg3 × 12
UnterarmstützEigengewicht3 × 60 Sekunden

Damit kamen insgesamt 216 Wiederholungen und weitere drei Minuten Unterarmstütz zusammen.

Mein dokumentiertes Trainingsvolumen lag bei beachtlichen 15.768 kg. Das ist natürlich keine Masse, die ich einmalig bewegt habe, sondern die rechnerische Summe aus Gewichten und Wiederholungen.

Warum ich das T-Bar-Rudern aus meinem Trainingsplan gestrichen habe

Eine Änderung gab es heute beim Rückentraining.

Bisher hatte ich in meinem Plan T-Bar-Rudern stehen. Aber ganz im Ernst: Diese Übung gefällt mir überhaupt nicht. Ich komme mit der Bewegung einfach nicht richtig zurecht und habe daran auch keinen Spaß.

Deshalb habe ich sie durch normales Rudern an einer Maschine mit Brustpolster ersetzt.

Dort sitze ich mit abgestütztem Oberkörper und ziehe die Griffe zu mir. Das Ganze funktioniert ohne Kabelzug, und die Bewegung liegt mir wesentlich besser.

Heute habe ich drei Sätze mit jeweils zwölf Wiederholungen bei 85 kg geschafft.

Für mich ist das die bessere Wahl. Schließlich muss ich mich nicht an einer Übung festbeißen, die ich überhaupt nicht mag, wenn ich dieselbe Muskelgruppe auch mit einer anderen Maschine trainieren kann.

Die T-Bar-Maschine hat mich damit erst einmal zum letzten Mal gesehen.

Auch die Schulterpresse bleibt draußen

Die Schulterpresse habe ich bereits vorher aus meinem Trainingsplan genommen, weil ich beim Hochdrücken immer wieder Beschwerden tief im rechten Schultergelenk hatte.

Ich bin mittlerweile an einem Punkt, an dem ich nicht mehr jeden Schmerz ignorieren möchte. Es bringt mir schließlich nichts, möglichst viel Gewicht zu bewegen, wenn ich mir dabei langfristig die Gelenke ruiniere.

Solange die Ursache dieser Beschwerden nicht geklärt ist, verzichte ich lieber auf diese Übung.

Und dann zeigte meine Fitness-App plötzlich nur 15 Minuten Training an

Nach meinem Krafttraining kam die erste Überraschung.

Meine selbst entwickelte Fitness-App behauptete allen Ernstes, ich hätte nur 15 Minuten und 50 Sekunden trainiert.

Das konnte natürlich nicht stimmen.

Ich hatte schließlich alle 21 Sätze absolviert, die Maschinen gewechselt und zwischen den Sätzen meine Pausen gemacht.

Also habe ich die aufgezeichneten Trainingsdaten exportiert und zusammen mit ChatGPT untersucht.

Das Ergebnis war ziemlich eindeutig.

Mein erster abgeschlossener Satz wurde um 15:04 Uhr gespeichert, der letzte um 15:58 Uhr.

Allein zwischen diesen beiden Zeitpunkten lagen mehr als 54 Minuten!

Meine App hatte davon aber nur knapp 16 Minuten als Trainingszeit berücksichtigt.

Da stellt sich natürlich die Frage: Wo sind die restlichen Minuten geblieben?

Mein Polar H10 lieferte den ersten Hinweis

Seit Kurzem nutze ich einen Polar-H10-Brustgurt, um meine Herzfrequenz direkt in meiner Fitness-App zu erfassen.

Eigentlich eine feine Sache. Ich kann damit meinen Puls kontinuierlich verfolgen und später genau sehen, wie mein Körper auf einzelne Belastungen reagiert.

Beim heutigen Krafttraining gab es allerdings eine Auffälligkeit.

Die Pulsmessung begann gegen 15:02 Uhr und endete bereits um 15:18 Uhr. Danach wurden keine weiteren Messwerte mehr gespeichert, obwohl ich noch rund 40 Minuten trainierte.

Und ausgerechnet diese ungefähr 16 Minuten tauchten anschließend als Trainingsdauer auf.

Mein Verdacht: Die App verwechselt möglicherweise die Dauer der Bluetooth-Pulsaufzeichnung mit der tatsächlichen Trainingszeit.

Bewiesen ist das noch nicht. Dafür müssen wir uns den Programmcode genauer ansehen.

Nach dem Krafttraining ging es für eine Stunde auf den Crosstrainer

Eigentlich hätte ich nach dem Oberkörpertraining auch Schluss machen können. Aber ich hatte noch genügend Energie und wollte meine Ausdauer trainieren.

Also ging es auf den Crosstrainer von Life Fitness.

Ich habe bewusst kein brutales Intervalltraining gemacht, sondern bin die ganze Zeit in einem relativ gleichmäßigen Tempo geblieben.

Mein Puls lag dabei überwiegend zwischen 135 und 140 Schlägen pro Minute.

Das fühlte sich für mich angenehm kontrolliert an. Natürlich habe ich geschwitzt, aber ich war nicht völlig am Ende.

Die Zahlen meiner Cardio-Einheit

MesswertErgebnis
Trainingsdauer am Gerät60:20 Minuten
Distanz laut Crosstrainer8,62 km
Durchschnittspuls Polar H10136 bpm
Maximalpuls145 bpm
Widerstandsstufe10
Kalorienanzeige Crosstrainer642 kcal

Besonders zufrieden bin ich mit meinem gleichmäßigen Pulsverlauf.

Nach den ersten Minuten hatte sich meine Herzfrequenz eingependelt. Anschließend blieb sie über einen langen Zeitraum relativ konstant. Gegen Ende ging der Puls wieder zurück.

Für mich zeigt das, dass ich meine Belastung mittlerweile recht gut einschätzen kann.

Allerdings ist ein Durchschnittspuls von 136 bei meiner in der App hinterlegten maximalen Herzfrequenz von 177 bpm nicht unbedingt nur eine regenerative Belastung. Es war schon richtiges Ausdauertraining, auch wenn es sich für mich locker angefühlt hat.

642 Kalorien oder nur 377? Die nächste Überraschung

Bei meinem Crosstrainer gibt es noch eine Sache, die ich schon länger beobachte: Die Kalorienanzeige unterscheidet sich ziemlich deutlich von meiner Fitness-App.

Der Crosstrainer zeigte heute 642 kcal an.

Meine App kam dagegen auf rund 377 zusätzliche Aktivitätskalorien beziehungsweise 471 kcal Gesamtenergieverbrauch einschließlich des geschätzten Ruheverbrauchs während dieser Stunde.

Das ist schon ein gewaltiger Unterschied.

Woran liegt das?

Die Antwort ist eigentlich recht einfach: Beide Systeme rechnen unterschiedlich.

Meine App verwendet derzeit ein MET-basiertes Modell. Dabei wird anhand der Trainingsart, meines Körpergewichts und der Trainingsdauer der Energieverbrauch geschätzt.

Der Crosstrainer nutzt dagegen seine eigene Berechnung.

Welche Zahl genauer ist, lässt sich ohne eine individuelle Messung meines tatsächlichen Energieverbrauchs nicht zuverlässig sagen.

Ich werde deshalb weiterhin die konservativere Schätzung meiner App für mein Trainingstagebuch verwenden. Allerdings muss ich auch dort noch an der Berechnung arbeiten.

Die Kalorienanzeige soll schließlich eine vernünftige Orientierung sein und kein Fantasiewert, mit dem ich mir anschließend eine riesige Pizza schönrechnen kann.

WhatsApp brachte mich schließlich auf die Spur des eigentlichen Problems

Während des Trainings ist mir dann noch etwas aufgefallen.

Ich bekam eine WhatsApp-Nachricht und wechselte kurz in die Messenger-App, um zu antworten.

Als ich anschließend meine Fitness-App wieder öffnete, war die Verbindung zum Polar-H10-Brustgurt unterbrochen.

Ich musste den Sensor erneut verbinden.

Das brachte mich auf einen Gedanken.

Meine Fitness-App ist derzeit eine sogenannte Progressive Web App, kurz PWA. Sie verhält sich auf meinem Fairphone zwar ähnlich wie eine normale Android-App, basiert technisch aber weiterhin auf Webtechnologien.

Wenn ich zu WhatsApp wechsle oder den Bildschirm sperre, kann Android die Web-App im Hintergrund einschränken.

Und genau das könnte die Bluetooth-Verbindung unterbrechen.

Bei meiner anschließenden Cardio-Auswertung fanden wir erneut einen interessanten Zusammenhang.

Zwischen zwei Pulsmesssegmenten gab es eine Lücke von ungefähr 19 Sekunden.

Der Crosstrainer hatte 60 Minuten und 20 Sekunden aufgezeichnet, meine App dagegen nur ungefähr 60 Minuten und eine Sekunde.

Wieder fehlten also rund 19 Sekunden!

Das ist schon ein ziemlich deutlicher Hinweis auf ein Problem bei der Zeitberechnung. Ob der App-Wechsel tatsächlich die Ursache war, muss aber erst ein reproduzierbarer Test zeigen.

Warum ich über eine richtige Android-App nachdenke

Ich entwickle meine Fitness-App nicht nur, um meine Übungen irgendwie abzuhaken.

Ich möchte langfristig meine sportliche Entwicklung dokumentieren und auswerten können.

Dazu gehören Kraftwerte, Trainingsdauer, Kalorienverbrauch, Herzfrequenz und natürlich mein Gewichtsverlauf.

Wenn aber aus einem fast einstündigen Krafttraining plötzlich nur noch 15 Minuten werden, stimmen anschließend auch die Kalorienberechnung und meine Trainingsstatistiken nicht mehr.

Deshalb habe ich bereits einen konkreten Entwicklungsauftrag für Codex vorbereitet.

Zunächst soll die Zeitmessung unabhängig vom Bluetooth-Sensor funktionieren. Die Trainingsdauer muss immer korrekt bleiben, egal ob ich eine Nachricht beantworte oder der Pulsmesser kurzfristig die Verbindung verliert.

Mittelfristig denke ich darüber nach, zusätzlich eine richtige Android-App zu entwickeln. Dafür könnte ich das bestehende Projekt beispielsweise mit Capacitor um native Android-Funktionen erweitern.

Ein nativer Hintergrunddienst könnte die Pulsmessung zuverlässiger aufrechterhalten, während ich andere Apps benutze.

Ob das in der Praxis wie gewünscht funktioniert, müssen wir natürlich erst testen.

Was bringt mir die Kombination aus Krafttraining und Cardio eigentlich?

Für mich ist die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining mittlerweile ein wichtiger Bestandteil meines Fitnessprogramms geworden.

Das Krafttraining soll mir helfen, meine Muskulatur zu erhalten beziehungsweise weiter aufzubauen. Mit dem Cardio-Training möchte ich zusätzlich meine Ausdauer und Herz-Kreislauf-Fitness verbessern.

Und natürlich möchte ich auch Körperfett verlieren.

Dass beide Trainingsformen unterschiedliche Vorteile bieten, zeigt beispielsweise eine Studie von Willis und Kollegen aus dem Jahr 2012.

Darin wurden die Auswirkungen von Ausdauertraining, Krafttraining und einer Kombination beider Trainingsformen bei übergewichtigen beziehungsweise adipösen Erwachsenen untersucht.

Das Ausdauertraining hatte in dieser Untersuchung stärkere Auswirkungen auf die Reduktion der Fettmasse als reines Krafttraining. Krafttraining war dagegen besonders wichtig für die Entwicklung fettfreier Körpermasse.

Quelle: Willis et al. (2012), Effects of aerobic and/or resistance training on body mass and fat mass in overweight or obese adults, Journal of Applied Physiology. PubMed – PMID 23019316 | DOI: 10.1152/japplphysiol.01370.2011

Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder nach dem Krafttraining unbedingt noch eine Stunde Cardio machen muss.

Für mich passt diese Kombination derzeit aber ganz gut, solange ich auf meine Erholung achte.

Meine persönliche Trainingsbilanz vom 30. Oktober 2026

Wenn ich beide Trainingseinheiten zusammenrechne, komme ich heute auf ungefähr folgende Werte:

TrainingsbereichErgebnis
Krafttrainingca. 56 Minuten
Cardioca. 60 Minuten
Gesamte Trainingsdauerca. 116 Minuten
Kraftübungen7
Kraftsätze21
Wiederholungen216
Trainingsvolumen15.768 kg
Geschätzte Aktivitätskalorien gesamtca. 598 kcal

Die Krafttrainingsdauer ist dabei noch rekonstruiert, weil die App sie falsch gespeichert hat. Entsprechend sind auch die Kalorienwerte nur Näherungen.

Für mich war das heute auf jeden Fall ein umfangreicher Trainingstag.

Ich bin mit meinen Leistungen zufrieden. Besonders freut mich, dass ich beim engen Latzug alle drei Sätze mit 95 kg und jeweils zwölf Wiederholungen geschafft habe.

Auch die Stunde auf dem Crosstrainer lief richtig ordentlich.

Und ganz nebenbei habe ich noch einen ziemlich interessanten Softwarefehler gefunden, der mich wahrscheinlich noch einige Zeit beschäftigen wird.

Mein Fazit: Muskeln trainiert, Ausdauer verbessert und einen Bug entdeckt

Ich habe heute wieder gemerkt, warum ich meine sportlichen Aktivitäten so genau dokumentiere.

Es geht mir nicht darum, jeden Tag irgendwelche Rekorde aufzustellen. Ich möchte sehen, wie ich mich über Wochen, Monate und hoffentlich auch Jahre entwickle.

Dazu gehören Erfolge genauso wie Rückschläge.

Und manchmal eben auch technische Probleme.

Mein Ziel bleibt weiterhin, mein Gewicht in Richtung 85 kg zu reduzieren und gleichzeitig stärker und ausdauernder zu werden.

Aber ich möchte dabei nichts überstürzen.

Mit 48 Jahren habe ich schließlich keinen Grund mehr, mich im Fitnessstudio mit irgendwelchen Zwanzigjährigen zu messen. Ich möchte einfach das Beste aus meiner eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit herausholen.

Der heutige Tag hat dazu wieder einen kleinen Beitrag geleistet.

Und wenn ich demnächst noch meine Fitness-App dazu bekomme, die Trainingszeit richtig zu zählen, bin ich schon wieder ein Stück weiter.

Wie kombiniert ihr eigentlich Krafttraining und Cardio? Macht ihr beides an einem Tag oder trainiert ihr lieber an getrennten Tagen? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Sammy Zimmermanns
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